Etwas älterer Roman über den verbissenen "Aufstieg" eines jüdischen Unterklassekinds, das gemäß der Weisung seines Großvaters "ein Mann ohne Land ist nichts" mit Klauen und Zähnen zu Landbesitz kommt und dabei nach und nach immer skrupelloser und verbissener wird.
Der Stil von Richler erscheint in keinster Weise "veraltet" und das Buch liest sich angenehm flüssig... und im Gegensatz zu einer Menge moderner Schreiberlinge kann Richler glaubhafte Charaktere erschaffen.
8 von 10 Punkte.
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Dienstag, Juni 03, 2008
Samstag, Mai 24, 2008
Indiana Jones IV
So, dann versucht er's also mit der Indy-Reihe auch nochmal, der gute Herr Lucas, nachdem er seinen Star-Wars-Ruhm schon gründlich in den Acker gesetzt hat. Und bei seiner zweitwichtigsten Franchise geht er, wie nach dem SW-Fiasko fast schon zu erwarten war, konservativer vor. Leider sogar so konservativ, dass einem der Film über weite Strecken wie ein "Best Of" der ersten drei Teile vorkommt (Schlägereien, Verfolgungsjagden in Vintage-Militärfahrzeugen, Rätsel, Markierungen auf Fußböden und am Schluss ein böser Europäer der an seiner Gier zugrunde geht). Man mag es Hommage oder Selbstkopie nennen, auf jeden Fall wurde deutlich auf Nummer sicher gegangen.
Handwerklich ist der Film sehr gut umgesetzt, er läuft die gesamte Spielzeit über flüssig vor sich hin, und Ford IST einfach Indy. Wenn man sich nur am Schluss nicht so dermaßen weit aus dem Fenster gelehnt hätte... hier wäre weit weniger deutlich mehr gewesen. Aber Subtilität war ja schließlich noch nie ein Verbrechen, dessen man Herrn Lucas beschuldigen könnte.
Und, äh... Zombie-Mayas? Bitte...
7 von 10 Punkte.
Mittwoch, Mai 21, 2008
Fido
Was wäre wenn... das Szenario "Nukleare Wolke aus dem Weltall macht Menschen zu Zombies und lässt Tote auferstehen" in den 50ern wirklich eingetreten wäre, man aber eine Möglichkeit gefunden hätte, diese Zombies mit Halsbändern zu kontrollieren, so dass sie zu willenlosen Dienern und somit zu einem Teil des Alltags würden?
Und besser noch... man geht das Ganze nicht als fiese, dystopische Gore-Geschichte, sondern als locker-unbeschwerte, groteske Komödie an?
Dieser in herrlichsten Technocolor-Farben gehaltene Film versucht genau das; er kann zwar die Qualität der unvergleichlich guten ersten zehn Minuten nicht auf gesamter Länge halten, bietet aber dennoch eine Menge Spaß mit nur gelegentlichen Splatter-Einlagen.
7 von 10 Punkte.
Samstag, Mai 17, 2008
Brügge sehen... und sterben?
Was für ein außergewöhnlicher Film... und dabei so herrlich dreckig und böse und vor allem dezent albern, ohne jedoch in Teenie-Klaumaukereien abzusinken. Mit einer ganz eigenen Atmosphäre, die allerdings das Tempo des Films ab und an ein wenig straucheln lässt... gehört aber auch irgendwie dazu. Ebenso wie der Kontrast zwischen dem leicht (ziemlich) depperten Auftragskiller Ray und der getragenen Stimmung der altehrwürdigen Stadt Brügge.
Ein kleines gemeines Juwel.
9 von 10 Punkte
Dienstag, Mai 13, 2008
N. Hornby: Slam
Herr Hornby bleibt seinem Motto treu und schreibt weiterhin Wohlfühlgeschichten, neuerdings ja mit Schwerpunkt auf Teenagerproblemen. Und das macht er gut, keine Frage, auch wenn sein Protagonist (ein 16jähriger Skater, der mit seinem Tony-Hawk-Poster spricht) mitunter ein wenig zu harmlos und kuschlig wirkt. Hornby arbeitet seine Charaktere wirklich gut aus und lässt sie glaubwürdig agieren... das macht sie jedoch nicht unbedingt realisischer.
Aber was solls, nettes Buch, und durch die wirklich beeindruckend unterhaltsame und einfühlsame Schreibe des Autors empfehlenswert.
8 von 10 Punkte
Aber was solls, nettes Buch, und durch die wirklich beeindruckend unterhaltsame und einfühlsame Schreibe des Autors empfehlenswert.
8 von 10 Punkte
Sonntag, April 27, 2008
Helge Schneider: Eine Liebe im Sechsachteltakt
Himmel Arsch und Wolkenbruch. Wer nach dem unterhaltsamen "Globus Dei" und den abstrusten Krimigeschichten von Helge Schneider eine herrlich depperte Persiflage auf Telenovela, Pilcher und Co erwartet, erlebt mit "Eine Liebe im Sechsachteltakt" eine mehr als mittelschwere Katastrophe. Das Buch bestätigt allein eines: Helge Schneider ist wirklich nicht vorhersehbar.
Und so kommt es wie es kommen muss: Das Buch ist gar nicht lustig. Es ist tatsächlich ein Schicksals-Groschenroman, der nur stellenweise einen Lacher erlaubt und am Schluss zwar ein wenig bizarr wird, aber halt nur auf den letzten paar Seiten und halt auch irgendwie nur weil das vom Herrn Schneider halt so erwartet wird.
Abscheulich. 1 von 10 Punkte.
Und so kommt es wie es kommen muss: Das Buch ist gar nicht lustig. Es ist tatsächlich ein Schicksals-Groschenroman, der nur stellenweise einen Lacher erlaubt und am Schluss zwar ein wenig bizarr wird, aber halt nur auf den letzten paar Seiten und halt auch irgendwie nur weil das vom Herrn Schneider halt so erwartet wird.
Abscheulich. 1 von 10 Punkte.
Samstag, April 19, 2008
Irvine Welsh: If you liked school, you'll love work
So, fertig. Und was ich bisher über einige der Kurzgeschichten geschrieben hatte trifft auch auf den Großteil des Buches zu: Nett geschrieben, aber alles in allem ein bisschen zu zahnlos für Herrn Welsh. Erst in der letzten Geschichte (zu 50 % wieder im dreckigsten Schottisch verfasst), die gleichzeitig die längste des Buches ist, erwacht er ein bisschen, aber auch eher versöhnlich.
Braucht die Welt einen zahmen Welsh? Oder reicht da ein Hornby völlig aus?
7 von 10 Punkte.
Braucht die Welt einen zahmen Welsh? Oder reicht da ein Hornby völlig aus?
7 von 10 Punkte.
Donnerstag, März 27, 2008
J. Eugenides: Middlesex
Der gute Herr Eugenides, was konnte man über ihn und sein neues Buch nicht alles hören!
Mal schaun: Pulitzerpreis? Gerne. Eine Geschichte, die sich über mehrere Generationen einer Familie hinzieht? Immer doch. Spielt größtenteils im Amerika der 30er bis 70er Jahre? Her damit!
Wie... es geht um einen Hermaphroditen? Einen Zwitter? Öh.
Aber irgendwann bin ich dann doch mal um das Thema rumgekommen, und siehe da, es hat sich gelohnt. Eugenides ist vom Schreibstil her eng an Irving in seiner groß angelegten, mitunter abschweifenden Erzählweise und seinen verqueren Charakteren (die einem anders als die von Irving jedoch nie so sehr ans Herz wachsen; wohl auch, weil er sie zum einen nicht so liebevoll ausarbeitet und er zum anderen kein so grausames Spiel mit ihnen treibt); nennt man mittlerweile ja offenbar den "amerikanischen Stil". Mir soll's recht sein, solange der Mann sein Handwerk beherrscht, und das tut er.
So bleibt eine Erzählung, bei der die Zweigeschlechtlichkeit des Hauptdarstellers primär mehr auf metaphysischer als auf körperlicher Ebene eine Rolle spielt (nein, der Satz ist nirgends abgeschrieben, ich wollte so nen selbstverliebten Blödsatz auch mal selber bauen), wodurch eventuell anfangs befürchtete "Ekelhaftigkeiten" komplett außen vor bleiben.
Empfehlenswert, aber nicht unbedingt absolut umwerfend. 8 von 10 Punkte.
Mal schaun: Pulitzerpreis? Gerne. Eine Geschichte, die sich über mehrere Generationen einer Familie hinzieht? Immer doch. Spielt größtenteils im Amerika der 30er bis 70er Jahre? Her damit!
Wie... es geht um einen Hermaphroditen? Einen Zwitter? Öh.
Aber irgendwann bin ich dann doch mal um das Thema rumgekommen, und siehe da, es hat sich gelohnt. Eugenides ist vom Schreibstil her eng an Irving in seiner groß angelegten, mitunter abschweifenden Erzählweise und seinen verqueren Charakteren (die einem anders als die von Irving jedoch nie so sehr ans Herz wachsen; wohl auch, weil er sie zum einen nicht so liebevoll ausarbeitet und er zum anderen kein so grausames Spiel mit ihnen treibt); nennt man mittlerweile ja offenbar den "amerikanischen Stil". Mir soll's recht sein, solange der Mann sein Handwerk beherrscht, und das tut er.
So bleibt eine Erzählung, bei der die Zweigeschlechtlichkeit des Hauptdarstellers primär mehr auf metaphysischer als auf körperlicher Ebene eine Rolle spielt (nein, der Satz ist nirgends abgeschrieben, ich wollte so nen selbstverliebten Blödsatz auch mal selber bauen), wodurch eventuell anfangs befürchtete "Ekelhaftigkeiten" komplett außen vor bleiben.
Empfehlenswert, aber nicht unbedingt absolut umwerfend. 8 von 10 Punkte.
Freitag, Februar 29, 2008
Never Too Loud
NEVER TOO LOUD! Yeah, Danko baby!
Selten so einen passenden Albentitel gesehen. So laut kann man die Scheibe nämlich gar nicht aufdrehen, dass einem die pappige Produktion nicht die Tränen in die Augen treibt. Gitarre und Gesang glänzend in der Vordergrund gemischt, keine Frage und auch kaum verwunderlich. Aber wo ist der intensive Bass, der Evergreens wie "Lovercall" so glänzen lässt? Und vor allem: Ist das ein Schlagzeug im Hintergrund oder wirft jemand Wattestäbchen gegen eine Leinwand?
Besonders nach der traumhaft gemischten "Sleep is the enemy" ist die Produktion arg enttäuschend. Zumal die Songs an sich ja weniger druckvoll sind und so die Rückendeckung gut hätten vertragen können.
Selten so einen passenden Albentitel gesehen. So laut kann man die Scheibe nämlich gar nicht aufdrehen, dass einem die pappige Produktion nicht die Tränen in die Augen treibt. Gitarre und Gesang glänzend in der Vordergrund gemischt, keine Frage und auch kaum verwunderlich. Aber wo ist der intensive Bass, der Evergreens wie "Lovercall" so glänzen lässt? Und vor allem: Ist das ein Schlagzeug im Hintergrund oder wirft jemand Wattestäbchen gegen eine Leinwand?
Besonders nach der traumhaft gemischten "Sleep is the enemy" ist die Produktion arg enttäuschend. Zumal die Songs an sich ja weniger druckvoll sind und so die Rückendeckung gut hätten vertragen können.
Sonntag, Februar 17, 2008
Ratatouille
Disney nach Schema F, technisch beeindruckend umgesetzt, aber so innovativ und seelenlos wie mein großer Zeh.
5 von 10
5 von 10
Freitag, Februar 01, 2008
Irvine Welsh, If You Liked School, You'll Love Work
Die zweite und gleichzeitig die Titelgeschichte von Welshs aktueller Kurzgeschichtensammlung. Nett, aber irgendwie traurig, dass Welsh mittlerweile fast schon harmlos geworden ist. Irgendwie fehlt einem die psychopatische Drecksau-Atmosphäre von "Filth" oder "Trainspotting".
Sicher gut geschrieben, aber weder großartig überraschend oder besonders einfallsreich.
5 von 10 Punkte
Sicher gut geschrieben, aber weder großartig überraschend oder besonders einfallsreich.
5 von 10 Punkte
Sonntag, Januar 20, 2008
Das Bourne Ultimatum
Na sowas... der dritte Teil der Serie bietet zwar immer noch die bewährte James-Bond-Formel aus makelloser Action, hanebüchener Story (inklusive ständiger Weltreise) und bösen hässlichen alten CIA-Männern, aber diesmal wirkt alles ein bisschen runder und kompakter als noch in den ersten beiden Filmen. Ich bin sogar ein wenig begeistert.
8 von 10 Punkte.
8 von 10 Punkte.
Samstag, Januar 19, 2008
Prestige
Wow, was für ein unerwartet guter Film. Dass ich von Christian Bale immer wieder beeindruck bin muss ich wohl nicht erwähnen, aber auch Wolverine-Darsteller und Vollzeit-Schönling Hugh Jackman schlägt sich wacker. Dazu noch ein hervorragendes Drehbuch (Buchumsetzung) um Zauberkünstler und ihre Obsessionen, und raus kommt ein wirklich vorzüglicher kleiner Film. Einzig Mme Johansson stolpert wieder einmal relativ planlos in der Gegend herumschmachtend ihrem chirurgisch verbesserten Körper nach, aber dafür ist sie ja wohl auch da.
Fein fein. 9 von 10 Punkte.
Fein fein. 9 von 10 Punkte.
Samstag, Januar 12, 2008
Simpsons: Der Film
Also was soll man hierzu eigentlich noch groß schreiben? Quasi eine extralange Simpsons-Folge mit so ziemlich allem, was man erwartet. Qualitätsmäßig oberer Durchschnitt mit einigen wirklichen Treffern, aber auch reichlichen Rohrkrepierern. Was mich persönlich genervt hat waren die pseudo-anzüglichen Zotereien, die für mich nicht wirklich zu den Simpsons gehören, sondern eher auf die American-Pie-Kundschaft abzielen.
7 von 10 Punkte
7 von 10 Punkte
Montag, Januar 07, 2008
Samstag, Januar 05, 2008
Donnerstag, Dezember 20, 2007
Privatversichert kicks ass!
Und ich dachte immer, das seien alles nur Gerüchte... bis ich das Funkeln in den Augen meiner Hautärztin gesehen habe, als sie festgestellt hat, dass ich Privatpatient bin.
"Machen wir doch zur Sicherheit noch einen Allergietest".
Ergebnis negativ, "die Rötung kommt dann wohl vom Stress, tragen Sie dies und jenes täglich auf, danke für Ihren Besuch". 10 Minuten Untersuchung plus Small-Talk und ne halbe Stunde Allergietest durch eine Sprechstundenhilfe.
Heute die Rechnung bekommen. 580 Euro.
Jesus Christus.
"Machen wir doch zur Sicherheit noch einen Allergietest".
Ergebnis negativ, "die Rötung kommt dann wohl vom Stress, tragen Sie dies und jenes täglich auf, danke für Ihren Besuch". 10 Minuten Untersuchung plus Small-Talk und ne halbe Stunde Allergietest durch eine Sprechstundenhilfe.
Heute die Rechnung bekommen. 580 Euro.
Jesus Christus.
Samstag, Dezember 15, 2007
American Splendor
Filmische Biographie über Harvey Pekar, einen knarzig-depressiven US-amerikanischen Underground-Comic-Schreiber.
Hübscher kleiner Understatement-Film ohne große Böllerschläge, mit Herzblut gespielt und geschickt in Szene gesetzt. Einfach sympathisch.
7 von 10 Punkte.
Hübscher kleiner Understatement-Film ohne große Böllerschläge, mit Herzblut gespielt und geschickt in Szene gesetzt. Einfach sympathisch.
7 von 10 Punkte.
Sonntag, Dezember 09, 2007
Tanz der Vampire
Alte Filme werden oft zu Klassikern. Casablanca zum Beispiel. Andere Filme sind einfach alte Filme die nicht viel taugen und das auch offen zugeben. Willow zum Beispiel. Aber wirklich schlimm sind Filme, die nix können, aber von vielen Leuten als "Kult" gehandelt werden. Top Gun. Dirty Dancing. Oder eben auch Tanz der Vampire.
1 Punkt für den depperten alten Vampirjäger. 1 Punkt für vereinzelte Lacher. Macht zwei Punkte für einen Film, der sich definitiv überlebt hat.
Muss man nicht gesehen haben. Wirklich nicht.
2 von 10 Punkte.
1 Punkt für den depperten alten Vampirjäger. 1 Punkt für vereinzelte Lacher. Macht zwei Punkte für einen Film, der sich definitiv überlebt hat.
Muss man nicht gesehen haben. Wirklich nicht.
2 von 10 Punkte.
Irvine Welsh, Rattlesnakes
Ah, endlich mal wieder Kurzgeschichten von Herrn Welsh. Die Sammlung nennt sich "If you liked school, you'll love work" und geht mit "Rattlesnakes" schon mal ganz nett los.
Klapperschlange beißt. Und was ist wohl die bescheuertste Stelle, wo man von einer Schlange gebissen werden kann, so mit Schnitte reinmachen und Gift raussagen? Bingo.
Also wieder mehr der alte Welsh, nachdem er mit "The bedroom secrets of the master chefs" ja schon arg zahm geworden ist. Mal schaun was der Rest so bietet, "Rattlesnakes" ist auf jeden Fall solide Welsh-Kost ohne große Überraschungen oder gar Anspruch. Weit weg vom schonunglosen Welsh zu "Filth"-Zeiten, aber nett lesbar.
6 von 10 Punkte.
Klapperschlange beißt. Und was ist wohl die bescheuertste Stelle, wo man von einer Schlange gebissen werden kann, so mit Schnitte reinmachen und Gift raussagen? Bingo.
Also wieder mehr der alte Welsh, nachdem er mit "The bedroom secrets of the master chefs" ja schon arg zahm geworden ist. Mal schaun was der Rest so bietet, "Rattlesnakes" ist auf jeden Fall solide Welsh-Kost ohne große Überraschungen oder gar Anspruch. Weit weg vom schonunglosen Welsh zu "Filth"-Zeiten, aber nett lesbar.
6 von 10 Punkte.
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